Wer sind die GAFA?

Das seit Mitte der 2000er Jahre gebräuchliche Akronym GAFA ist nichts anderes als die Zusammenziehung der Namen der vier Web-Giganten: Google, Amazon, Facebook und Apple. Manchmal fügen einige das M von Microsoft hinzu. Diese Neugründungen, von denen die meisten in Garagen gegründet wurden, gehören heute zu den größten Marktkapitalisierungen der Welt.

Ein signifikantes Gewicht und eine alarmierende Konzentration

Trotz einer noch jungen Geschichte (21 Jahre für Google und 15 Jahre für Facebook) hat die GAFA bereits ein erhebliches Gewicht in der Weltwirtschaft. Als Beweis dafür gilt, dass die Kapitalisierung eines jeden von ihnen bei fast 1 Billion US-Dollar liegt. Zum Vergleich: Diese Web-Giganten sind besser bewertet als das BIP einiger entwickelter Länder wie Großbritannien oder Frankreich. Diese gigantischen Zahlen sind nichts anderes als die direkte Folge einer Quasi-Monopolsituation und/oder einer Konzentrationsstrategie.

Beispielsweise konzentriert Google weltweit mehr als 90 Anfragen, die über das Internet gestellt werden. Um seine Entwicklung und Hegemonie auszudehnen, hat es YouTube und andere Unternehmen gekauft.

Eine Illusion des freien Zugangs versus Marketing-Profiling

Es ist allgemein bekannt, dass es einem Monopolunternehmen freisteht, einen höheren Verkaufspreis für seine Produkte und Dienstleistungen festzusetzen und damit enorme Gewinne zu erzielen. Einige Unternehmen bieten jedoch eine kostenlose Nutzung an, wie zum Beispiel Google und Facebook. Letztere positionieren sich eher als Schnittstelle denn als Verkäufer. In Wirklichkeit ist die Tatsache, dass ihre Dienste kostenlos sind, nur eine Illusion. Sie werden aus der Sammlung, der Analyse und dem Weiterverkauf von Benutzerdaten bezahlt.

Sie verfeinern ihre Verbraucherprofile, um sie zu einem hohen Preis zu verkaufen. Sie können sogar ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen an der Spitze der Gondel durchsetzen und gleichzeitig den Wettbewerb ersticken.

Steueroptimierung gegen den Massenzins

Wie jedes Unternehmen hat die GAFA das Ziel, ihre Gewinne zu maximieren. Dies führt sie zu einer Politik der Steueroptimierung. Auch ihre außergewöhnliche finanzielle Gesundheit kommt nicht der Wirtschaft als Ganzes zugute und trägt nicht zum Aufbau viel integrativerer Gesellschaften bei. Infolgedessen profitiert die Mehrheit der Bevölkerung nicht von technologischen Revolutionen. So haben sie beispielsweise beschlossen, sich in Irland und nicht in Frankreich, England und so weiter niederzulassen.

Dadurch können sie von einem Steuersatz von 12,5 u anstelle von 31% profitieren. Die Dematerialisierung wirkt sich zu ihren Gunsten aus, indem sie die Lokalisierung von Verkäufen erschwert.

Besteuerung der GAFA als Reaktion auf Steuerdumping-Praktiken

Es sind bereits einige Stimmen laut geworden, die eine Regulierung der GAFA-Aktivitäten fordern. Andere haben sogar ihre Zerstückelung mit der Begründung einer missbräuchlichen Marktbeherrschung gefordert. Leider ist es aufgrund der Globalisierung und des fließenden Charakters der digitalen Aktivitäten schwierig, eine solche Maßnahme umzusetzen. Um diesem Steuerdumping entgegenzuwirken, hat sich Frankreich für die Besteuerung der GAFA entschieden. Diese digitale Steuer von 3 % für große Technologieunternehmen wird in Europa jedoch noch nicht einstimmig akzeptiert, da man die Reaktion der Vereinigten Staaten und die Abwanderung dieser Unternehmen in andere Länder mit attraktiveren Steuersystemen befürchtet.